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Tabak aus Deutschland

Beim Tabakanbau denken wir an Virginia, Kuba, Malawi oder den Orient. Aber auch in Deutschland entsteht auf Feldern noch ‚Braunes Gold‘.  Die SWR-Doku „Auf der Kippe? Die letzten Tabakbauern der Südpfalz“ aus dem vergangenen Jahr, die kürzlich wiederholt wurde, ist noch bis kommenden November in der Mediathek abrufbar.

„In de Palz geht de Parre mit de Peif in die Kärch“ heißt es im regionalen Jargon. Vier Jahrhunderte reicht die dortige Tabakpflanz-Tradition zurück. Um 1900 waren noch ganze 50.000 Tabakbauern aktiv, ein Jahrhundert später nur noch 300. Dann kam die Abschaffung der Tabaksubventionen durch die notorisch genuss- und raucherfeindliche EU. Das zeigt, wie Subventionspolitik den Markt verzerrt: Unliebsames, das bei den Herrschenden in Ungnade fällt, wird abgestraft. Trotz massiven Bauernprotests in Brüssel vor zehn Jahren endete 2010 die finanzielle Unterstützung. 35 südpfälzische Tabakbauern haben sich halten können, auch dank des wachsenden Bedarfs an Wasserpfeifentabak. Allerdings ist der unsubventionierte Markt noch lange kein freier Markt, denn immer engmaschigere Regulierung soll den Rauchgenuss vergällen, und auch die Tabakpflanzer bekommen das zu spüren: Biotabak und „nachhaltiger Tabak“ dürfen nicht als solcher beworben werden, dem stehen EU-Vorschriften über Produktbeschreibungen und Werbeaussagen entgegen. Von „Bio“ mag man halten, was man will, aber diese Information den Verbrauchern vorzuenthalten, bedeutet ein Wahrheitsverbot und ist konsumentenfeindlich.

Werden die Pflanzer (nicht nur in der Pfalz) durchhalten und Raucher in Deutschland weiter hiesigen Tabak genießen können? Netzwerk Rauchen drückt die Daumen.